Gar nicht ohne, was der Prophet Amos über das Volk Israel im 5. Kapitel schreibt.
In Vers 2 (BB) spricht er von einer Totenklage über das Hause Israel: „Gefallen ist die Jungfrau Israel, sie steht nicht mehr auf. Hingestreckt liegt sie am Boden, keiner richtet sie wieder auf.“
Es folgen Verse, die hart mit dem Volk Israel ins Gericht gehen, fast ohne einen Ausweg. Der Prophet hält den Spiegel hin, wo Ungerechtigkeit passiert!
Dann in Vers 14 (BB) aber ruft der Prophet zur Umkehr auf: „Suchet das Gute, nicht das Böse! So werdet ihr leben. Dann wird der Herr, der Herr Zebaot mit euch sein, so wie ihr es gesagt habt.“
Zwischen hartem Gericht und Hoffnung ist ein Raum, in dem Veränderung möglich ist.
Dies unterstreicht auch der Vers der Monatslosung aus Amos 5,24 (BB): „Vielmehr soll das Recht wie Wasser strömen und die Gerechtigkeit wie ein Fluss, der nicht versiegt.“
Ich verstehe es so, dass es eine große Hoffnung auf Gerechtigkeit für das Volk Israel gibt, obwohl der Prophet ihnen in Vers 7 vorwirft, dass sie das Recht in Bitterkeit verkehren und die Gerechtigkeit in den Dreck ziehen.
Eine große Chance! Das Recht soll wie Wasser strömen!
Gerechtigkeit soll also nicht nur ein bisschen sichtbar werden, wie ein kleines Rinnsal.
Nein, sie soll Strömen wie das Wasser eines großen Flusses. Unaufhaltsam.
Und Wasser bedeutet Leben! Gerechtigkeit ist die Basis eines guten und sicheren Lebens, eines guten und gleichberechtigten Miteinander-Lebens!
In der Umkehr bedeutet es und das erleben wir auch: Ohne Gerechtigkeit verlieren Menschen Vertrauen. Und ohne Vertrauen auch eine Perspektive auf eine gute Zukunft.
Das Buch Amos erinnert uns also alle daran, dass wir uns für Gerechtigkeit einsetzen müssen, damit auch die Schwächsten und Ausgegrenzten eine Chance auf eine gesicherte Zukunft haben und alle Teil unserer Gesellschaft sind. Wir allen sollten uns einsetzen, damit der Strom der Gerechtigkeit nicht zu einem Rinnsal wird!
Und auch wir alle dürfen bei all unseren Fehlern und Schwächen auf Gottes Gerechtigkeit hoffen. Denn die Geschichte ging weiter. Jesus kam und hat uns durch seinen Tod vor Gott gerecht werden lassen. Ein unbeschreiblicher Akt der Liebe und Zuwendung Gottes zu uns Menschen. Gott sei Dank!
Ich wünsche Ihnen eine schöne und erholsame Sommerzeit.
Bleiben Sie behütet.
Michael Utsch, Gemeindediakon

