Ein typischer Wochentag beginnt: Der Wecker klingelt, mehr oder weniger motiviert stehen wir auf und die Aufgaben des Tages warten.
Und schon sind wir im gewohnten Modus drin: To-Do-Liste abarbeiten und Einsatz zeigen: Zuhause, in der Schule, auf der Arbeit. Wir versuchen unsere eigenen Erwartungen zu erfüllen oder müssen das erledigen, was ansteht oder von uns erwartet wird.
Klingt nicht nach großer Freiheit. Ganz im Gegenteil: Freiheit ist scheinbar weit weg.
Es sind die Zwänge des Alltags, denen wir uns oft gar nicht entziehen können, weil wir unsere Aufgaben möglichst gut erledigen wollen. Etwas gut erledigen zu wollen ist auch nicht das Problem. Ziele im Leben sind wichtig und Einsatz ist gefragt.
Problematisch wird es dann, wenn uns das alles überfordert und innerlicher Druck und Zwang herrscht. Dann brauchen wir Hilfe.
Paulus weist uns mit diesem Monatsspruch auf etwas Entscheidendes hin:
Du bist frei – durch Jesus Christus!
Also alles stehen und liegen lassen? Ich denke, darum geht es hier nicht.
Ich verstehe es so: Du musst nicht versuchen alles perfekt erledigen, um frei zu sein.
Du bist schon von Jesus Christus befreit.
Jesus möchte uns durch seine Liebe aus unseren Zwängen herausholen. Er befreit uns von dem Zwang und dem Druck alles perfekt machen zu müssen.
Das kann eine große Entlastung sein!
Diese Freiheit ist konkret. Diese göttliche Freiheit entfaltet ihr Wirkung in unserem Alltag und in den Herausforderungen, die sich uns in den Weg stellen.
Wenn du also denkst, du musst mehr tun, um gut dazustehen, wenn irgendwas in deinem Leben schiefgelaufen ist, du dich falsch verhalten hast und Schuldgefühle dich quälen oder wenn du vielleicht meinst, dein Glauben sei zu schwach, dann darfst du wissen und vertrauen: Jesus ist für dich! Er ist für dich da! Er kennt deine Herausforderungen, deine Sorgen, deine Zwänge, deine Unfreiheit.
Er, unser Heiland sagt dir zu: Du bist geliebt! Du bist von ihm so angenommen, wie du bist mit allem, was dich ausmacht.
Du darfst befreit und mutig deine Wegen im Leben gehen. In deinem Tempo, mit deinen Pausen, mit lieben Menschen an deiner Seite, denen es oftmals gar nicht viel anders geht.
„Zur Freiheit befreit“ heißt nicht, dass alles einfach läuft. Ich denke, dass wissen wir alle.
Lassen wir uns aber ermutigen, dieser Freiheit von der Paulus spricht immer mehr Raum in uns und in unser aller Leben zu geben. Das kann uns Ruhe, neue Kraft und neue Zuversicht schenken und uns fröhlich und befreit unsere Aufgaben im Leben erledigen lassen.
Denn:
* Wir müssen nichts leisten, um wertvoll zu sein.
* Wir dürfen Fehler machen.
* Wir sollten so auch gnädiger, geduldiger und in Liebe mit den Fehlern unserer Mitmenschen umgehen.
So wird die Freiheit wachsen. Daran glaube ich.
Lasst uns, auch gemeinsam, mit Jesus Christus mutig und befreit voran gehen!
Auch in unserer Gemeinschaft als Brüdern und Schwestern in unserer Gemeinde und im Zusammenwachsen mit der
Ev. Kirchengemeinde Friedewald.
Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne Herbstzeit mit vielen ruhigen und schönen Momenten, raus aus dem Alltag, um vielleicht auch neue Kraft zu tanken.
Michael Utsch
Gemeindediakon
Von Hanns Dieter Hüsch
Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.
Was macht, daß ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.
Was macht, daß ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.
Was macht, daß ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

