In Afrika gibt es eine einfache Methode, Affen zu fangen. Am Waldrand werden Tonkrüge mit engem Rand aufgestellt und reichlich mit Mandelkernen gefüllt. Nun wittern die gierigen Affen ihre Lieblingsspeise, kommen heran und langen tief in den Krug hinein. Sie nehmen so viele Mandeln, wie sie können. Aber mit ihrer gefüllten Hand kommen sie nun nicht mehr aus dem Krug, da der Rand zu eng ist. Sie brauchten die Mandeln nur loslassen, um ihr Leben zu retten. Aber sie wollen ihre Beute um keinen Preis loslassen – und können so ganz einfach gefangen werden.
Manchmal geht es uns Menschen auch so. Wir sind in gewisse Dinge so vernarrt, dass wir sie für unser Leben gern festhalten. Wir brauchten manche Dinge, die uns als erstrebenswert erscheinen, nur einfach aufzugeben und loszulassen.
In einer neueren Übersetzung des Wortes heißt es treffend:
Ich aber meine: Besser nur eine Handvoll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz zu haben und alle Hände voll zu tun.
Denn im Grunde lohnt sich das nicht. Eine gute Lebensweisheit, auch wenn sie über 2000 Jahre alt ist. Sie zu beherzigen lohnt sich – auch heute noch. Ein wenig mehr Ruhe in allen Belangen und ein bisschen weniger Hektik wurde uns allen guttun.
Pfarrer i.R. Peter Zahn

