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Impuls zum März 2024

Text: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart - Grafik: © GemeindebriefDruckerei

Die Frauen, die Jesus begleitet haben, sind traurig und hoffnungslos. Noch einmal wollen sie Abschied nehmen, ihm die letzte Ehre erweisen. Deshalb gehen sie hin zum Grab. Es ist ein Ausdruck ihrer Liebe und Achtung für Jesus. Soweit war also alles normal an diesem Morgen in Jerusalem, und so begreifen die Frauen auch nicht, was da passiert ist, als sie zum Grab kommen und die Aussage der Engel hören. Sie können das nicht glauben, sind entsetzt und verschreckt.

Sie gehen hin, um Jesus zu salben, das heißt sie wollen den Leichnam Jesu konservieren, sie machen sich Gedanken über das Grab, obwohl Jesus ihnen doch gesagt hatte, dass er auferstehen wird, aber das glauben sie offensichtlich nicht. Dann hören sie die Botschaft, aber sie können es nicht fassen, sind entsetzt, verschreckt und schweigen.

Wenn wir nur von unseren menschlichen Möglichkeiten ausgehen, von dem, was wir bislang an Erfahrungen kennen, dann ist der Unglaube eine logische Konsequenz. Nehmen wir als Beispiel, wenn jemand vor 200 Jahren gesagt hätte, dass Menschen mit einer Maschine fliegen können oder dass man mit einem Gerät Bilder und Texte durch die ganze Welt senden und empfangen kann, sie hätten das strikt abgelehnt. Sie hätten es ausprobieren und beweisen können, dass es nicht geht, denn von ihren Möglichkeiten her war es wirklich nicht möglich. Von unseren Möglichkeiten heute her gesehen ist es dagegen leicht.
Genauso ist es, wenn wir von der Auferstehung Jesu und seinen Verheißungen sprechen. Von unseren Möglichkeiten ist es unmöglich. Ganz anders ist es aber, wenn wir von Gottes Möglichkeiten ausgehen.

Nehmen wir als Beispiele einige Verheißungen Jesu: In Johannes 16,33 sagt Jesus: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Von unseren Möglichkeiten her können wir in Situationen kommen, wo es viel Grund zur Angst und wenig Grund gibt, getrost zu sein. Ganz anders ist es, wenn wir von Gottes Möglichkeiten ausgehen. Oder in Markus 8, 35 sagt Jesus „Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es gewinnen.“ Von unseren Erfahrungen ausgehend müssen wir protestieren, denn unser Leben hängt ja davon ab, dass wir das irdische Leben festhalten. Wenn wir aber von Gottes Möglichkeiten ausgehen, wissen wir, dass es ein anderes Leben gibt, das aus der Ewigkeit kommt und in Ewigkeit bleibt. Genauso ist es mit Johannes 11, 25, wo Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

Wer zweifelt oder nicht glaubt, der geht von den menschlichen Möglichkeiten aus, der muss bei Karfreitag stehen bleiben. Wer hingegen glaubt, der geht von dem aus, was Gott, Jesus Christus kann.

Wer von den Möglichkeiten Gottes ausgeht, dem öffnet sich ein neuer Horizont des Glaubens.

Dann sind wir nicht mehr beschränkt, begrenzt von unserem menschlichen Horizont, sondern der Stein, der auf unserem Herzen liegt und den Blick auf Gott verstellt, wird weggerollt, und es öffnet sich Gottes Horizont und Gottes Möglichkeiten.

                                                     Pfarrer Guido Konieczny